„Die Bergschule soll schöner, sauberer und friedlicher werden!“

 

Zusammenfassung und Eindrücke der ersten Kinderparlamentssitzung am 3. März 2020

 

Nun ist es endlich soweit: die erste Kinderparlamentssitzung kann stattfinden! Alle Beteiligten sind ziemlich aufgeregt (insbesondere die verantwortliche Lehrerin Frau Köser!) und zappeln auf ihren Stühlen herum. Jeder hat seinen Sitzplatz mit Namensschildchen bekommen und die erste Sitzung beginnt um 8.10 Uhr an einem großen Tisch in der Aula.

Zuerst stellen sich die einzelnen Klassensprecher und Vertreter mit ihren besonderen Anliegen aus den Klassen vor. Diese Runde ist schon ziemlich interessant, da die Kinder sofort spezielle Probleme aus ihrer Klassensituation erzählen und die anderen Schüler überlegen, wie sie Lösungen für diese Probleme finden können. Hier merkt man sogleich die positive Wirkung der Klassenratsstunden, in denen die Kinder selbstständig Problemlösungen finden sollen. Und dies wird auch häufig als positiv empfunden: die Kinder sind stolz darauf, dass sie Konflikte während des Klassenrates eigenständig lösen können und geben Lösungsstrategien an die anderen weiter!

Alle Kinder aus den Klassen empfinden die Lautstärke in den jeweiligen Lerngruppen als zu hoch und wünschen sich mehr Arbeitsruhe. Sie tauschen sich darüber aus, was man als Klassensprecher/Vertreter machen kann, wenn z.B. die Lehrperson den Raum für eine kurze Zeit verlässt und der Lärmpegel zu hoch wird. Die Kinder haben tolle Ideen: sie spielen „Galgenmännchen“, um die Aufmerksamkeit der Klasse zu binden; Namen könnten an die Tafel geschrieben werden oder das erste Schuljahr (mit wenigen Schreibkenntnissen) könnte Fotos an die Tafel hängen, um für Ruhe und Aufmerksamkeit zu sorgen. Die Schüler erweisen sich als kreative und sehr verantwortungsbewusste Assistenten der Lehrer, die helfen wollen, aber ganz auf der Ebene der Kinder! Ich als Lehrerin bin überrascht und staune über dieses Einfühlungsvermögen und den Unterstützungswillen der Schüler!

Weiterhin diskutieren sie über Streitsituationen im Offenen Ganztag, wie man mit brutalen Fußball-Rowdies umgeht und auch mit Lästereien innerhalb der Klasse.

Ein wichtiges Thema sind natürlich wieder die Toiletten: die Kinder wünschen sich mehr Sauberkeit und in Zeiten des Corona-Virus auch wieder eine Auffüllung des Seifenspenders mit entsprechenden grünen Tüchern zum Reinigen der Hände. Sie fordern einen lückenlosen (!) Toilettendienst der 3. und 4. Schuljahre, die darauf aufpassen, dass keine Schmierfinken die Toiletten in den Pausen beschmutzen! Und dass Frau Gromann häufiger mal die Spinnen beseitigt…

Nachdem wir uns nun alle richtig gut kennengelernt haben, führen wir zum Schluss die Schülersprecherwahl durch. Und welch eine Überraschung! Die kleine Hannah aus der 1a wird als Schülersprecherin gewählt und Ceylin aus der 4b als ihre Vertreterin! Da haben sie nun beide eine besondere Herausforderung….

Als Fazit möchte ich betonen, dass mir persönlich die ganze Sitzung viel Spaß bereitet hat, ich wieder mal eine ganze Menge über Kinder und ihre besonderen Fähigkeiten gelernt habe und ich mich schon sehr auf das nächste Kinderparlament nach den Osterferien freue!                A.Köser

Schülersprecherin: Hannah

„Wir Bergschulkinder sagen unsere Meinung und bestimmen mit unseren Ideen die Schule mit!“

Partizipation und Demokratieerziehung an der Bergschule

 

Seit einigen Monaten weht ein neuer demokratischer Wind durch unsere Bergschule: die Kinder in allen Jahrgangsstufen halten einmal in der Woche eine Klassenratssitzung ab. Hier werden im Plenum der Klasse ganz unterschiedliche Themen diskutiert: Welche Störungen sind in der letzten Woche vorgefallen? Was können wir in unserer Klassengemeinschaft verbessern oder was gelingt uns schon ganz prima? Wer braucht in der Klasse besondere Unterstützung, wer ist bereit zu helfen? Welche Dinge gefallen mir besonders gut oder welche Unternehmungen oder Veränderungen wünschen wir uns innerhalb der Klasse oder der ganzen Schule. Hierbei entstehen lebhafte Diskussionen, die durch „Regelwächter, Zeitwächter, Protokollant und Vorsitzenden“ gesteuert werden. Nur ab und zu greift auch einmal die Lehrerin ein, um z.B. einen  Vorschlag zu machen oder bei einer Konfliktlösung zu helfen. Ansonsten hält sie sich im Hintergrund und schenkt den Kindern viel Raum. Die Kinder nehmen diese besondere Stunde sehr ernst und halten sich sehr vorbildlich an die vorher festgelegten Regeln. Es  ist ihnen bewusst, dass sie hier mit ihrer eigenen Meinung gefragt sind und sie den Schulalltag ein Stück weit selbst gestalten können. Die Mausklasse z.B. hat viele neue Beschlüsse für ihre Klasse festgelegt: Jungen und Mädchen bekommen einen eigenen Ball, beim Aufstellen nach der Pause stehen Klassensprecher und Vertreter vorne und hinten, um aufzupassen und eine neue Sitzordnung, damit es nicht zu Störungen kommt und allen geholfen wird. Außerdem hatte sich die Klassengemeinschaft eine Unterrichtsreihe zum Thema „Wale, Delfine, Haie“ gewünscht und gleich einen passenden Ausflug zum Aquazoo dazu. Beim Umsetzen dieser Wünsche stellt man als Klassenlehrerin fest, dass die Kinder mit einer viel größeren Motivation dabei sind und ein viel differenzierteres Bewusstsein für die eigene Gemeinschaft mit all ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten bekommen. In jeder Woche ist es sehr spannend zu beobachten, welche Entwicklung die Kinder machen, immer mutiger ihre Meinung sagen und negative Dinge in der Klasse und der Schule ernsthaft benennen und Lösungen dafür suchen. Kinder sind tatsächlich durchaus in der Lage, Demokratie in ihrem kleinen Umfeld zu leben und auch aktiv zu gestalten! Und oft sind sie dabei weitaus mutiger und kreativer als wir Erwachsene!!

Diese interessanten Erfahrungen haben uns dazu veranlasst, noch weitere demokratische Schritte ins Auge zu fassen und auszuprobieren. Wir wollen in der Bergschule ein „Kinderparlament“ installieren, welches sich ca. alle 8 Wochen trifft und aus den Klassensprechern und Vertretern der einzelnen Klassen besteht. Auf dieser Sitzung können die einzelnen Vertreter aus ihrer Klasse berichten, Vorschläge und Ideen einbringen aus der Klassenratssitzung und über die Vorgänge in der Bergschule an sich oder Veränderungen diskutieren. Beschlüsse und Wünsche werden dann in die Klassen wieder zurückgegeben und von Schulleitung und Kollegium auf Umsetzung überprüft. Diese besondere Form wird gerade von Frau Luft und Frau Köser entwickelt, geprüft und dann auch zeitnah umgesetzt.

Ein weitere demokratische Vision könnte sich auf der Ebene der Elternschaft bewegen. Eine lebendige und aktive Elternschaft und somit Schulpflegschaft hat die Bergschule schon und es ist an der Zeit auch den Eltern mit all ihren interessanten Ideen, Kreativität und ihrer besonderen Perspektive mehr Raum zu geben. Nach der Auswertung der QA-Elternfragebögen wünschen sich die Eltern mehr Mitbeteiligung an den Entwicklungsprozessen der Schule und möchten vielleicht auch gestalterisch im Schulgebäude und den Außenbereichen tätig werden.

Alle diese Prozesse werden Zeit brauchen und müssen gut durchdacht, geplant und strukturiert werden. Darüber werde ich immer wieder neu berichten.

Aber vor allem brauchen wir den Mut eingefahrene Wege zu verlassen und Neues zu wagen. Für unsere Bergschulkinder, die die Köpfe voller wunderbarer Ideen haben und die das Recht haben, ihre eigene Schule mitzugestalten!                            A. Köser

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